Besonderheiten

NGP Bienwald Bruchbach

Einmalige Landschaft voller Vielfalt

Der Bienwald ist neben dem Hagenauer Forst im benachbarten Elsaß das größte zusammenhängende Waldgebiet der oberrheinischen Tiefebene. Auf dem während der Eiszeit entstandenen Schwemmfächer der Lauter dominieren heute großflächig Eichen-, Buchen- und Kiefernwälder. Das Gelände neigt sich nur leicht von West nach Ost, einzig die Rodungsinsel Büchelberg, auf einer tertiären Kalkscholle gelegen, erhebt sich über den ausgedehnten Waldkomplex. Doch noch immer sind die Spuren der Eiszeit erkennbar: auf dem Schwemmkegel entstand ein Gewirr aus Rinnsalen, Gräben und Bächen, die teilweise während der Sommermonate trocken fallen. Engräumig wechseln sich trockene und feuchte, arme und reiche Standorte ab. Dort, wo das Wasser lange im Jahr steht, wachsen die seltenen Erlenbruchwälder, dagegen sind lichte Eichen- und Kiefernwälder für die bis zu drei Meter hohen Dünen typisch.

Im Norden und Süden grenzen die Niederungen von Bruchbach und Otterbach sowie der Lauter an. Die traditionelle Kulturlandschaft ist geprägt von einem Mosaik aus Wiesen, Weiden und Feldern, durchzogen von einem Netz an Bächen und Gräben. Vor allem auf den feuchten und wenig gedüngten Wiesen blühen seltene Orchideen und andere gefährdete Pflanzenarten. Hinzu kommen ausgedehnte Streuobstwiesen, die vor allem auf der Rodungsinsel Büchelberg das Landschaftsbild prägen.

Das Mosaik von ursprünglicher Natur- und traditioneller Kulturlandschaft macht das Gebiet insgesamt zu einem bundesweit bedeutenden Lebensraum für hunderte von gefährdeten Pflanzen- und Tierarten. Die Standortvielfalt, der Strukturreichtum, aber auch der Einfluß von drei Klimazonen und ausreichend Niederschläge sind Voraussetzung für eine artenreiche, an diese speziellen Bedingungen angepasste Flora und Fauna.

Durch die gezielten Untersuchungen des Kerngebietes während der Phase I des Projektes konnten viele neue, seltene Tier- und Pflanzenarten für das Gebiet nachgewiesen werden.
NGP Bienwald Enzian

Lungen-Enzian
(Gentiana pneumonanthe)


Berg-Sandglöckchen

Berg-Sandglöckchen
(Jasione montana)

So sind im Kerngebiet …

Biotope

... mehr als 300 verschiedene Biotoptypen und Vegetationseinheiten kartiert.
Eichen-Buchen-Mischwald






Eichen-Buchen-Mischwald

Trockenwald




Trockenwald

Lautertal






Lautertal

Streuobst






Streuobstwiese
(bei Büchelberg)

Pflanzen

... in den letzten 15-20 Jahren 151 gefährdete und seltene Arten nachgewiesen.
86 Arten sind in Rheinland-Pfalz, 72 Arten bundesweit in ihrem Bestand gefährdet.
NGP Bienwald Orchidee

Brand-Knabenkraut
(Orchis ustulata)

Wildkatzen

... rund 45 - 60 Wildkatzen unterwegs.
Der Bienwald ist das einzige bekannte Tieflandvorkommen in Mitteleuropa.
NGP Bienwald Wildkatze

Europäische Wildkatze
(Felis silvestris silvestris)

Fledermäuse

... 15 verschiedene Arten, d. h. 75 % aller in Deutschland vorkommenden Arten beheimatet.
NGP Bienwald Fledermaus

Großes Mausohr
(Myotis myotis)

Vögel

... 143 Arten nachgewiesen, wovon 120 Arten im Gebiet regelmäßig brüten.
Besonders hohe Brutdichten haben die Spechte, insbesondere Mittel-, Grau- und Schwarzspecht, sowie der Ziegenmelker.
NGP Bienwald Schwarzspecht

Schwarzspecht
(Dryocopus martius)

Amphibien

... alle 16 in Rheinland-Pfalz vorkommenden Arten beheimatet, das sind 75 % aller in Deutschland heimischen Arten.
Als Charakterart für den Bienwald ist der Springfrosch bekannt.
NGP Bienwald Laubfrosch

Laubfrosch
(Hyla arborea)

Totholzkäfer

... von den bislang über 2.200 bekannten Käferarten allein mehr als 670 Totholzkäfer nachgewiesen. Das sind mehr als in jedem anderen Wald in Europa. Von europäischer Bedeutung sind der Hirschkäfer und der Eichenheldbock.
NGP Bienwald Hirschkäfer

Hirschkäfer
(Lucanus cervus)

Laufkäfer

... 199 Arten nachgewiesen, das sind rund 1/3 aller Laufkäferarten Deutschlands.
Laufkäfer

Feld-Sandlaufkäfer
(Cicindela campestris)

Libellen

... 46 Libellenarten nachgewiesen.
Im gesamten Projektgebiet kommen 70 % aller rheinland-pfälzischen und rund 50 % aller in Deutschland lebenden Libellenarten vor.
NGP Bienwald Libelle

Plattbauch
(Libellula depressa)

Makrozoobenthos

... im Jahr 2005 254 Arten- bzw. Artengruppen nachgewiesen worden.
Von nationaler Bedeutung sind die großen Bestände der kleinen Bachmuschel in der Bruchbach-Otterbach-Niederung. Der bundesweit stark gefährdete Urzeitkrebs Siphonophanes grubei hat im Bienwald seine südliche Verbreitungsgrenze.
Kleine Flussmuschel (Unio crassus)

Kleine Flussmuschel
(Unio crassus)